Blumen auf einem Grabstein

Angela Krug geb. Löschinger

geboren am 8. April 1885 in Olmütz
gestorben am 12. April 1968 in Wien

Meine Großmutter, Angela Löschinger wurde am 8. April 1885 in Olmütz geboren, sie hatte eine ältere und eine jüngere Schwester.
Sie kam als junges Mädchen von Olmütz nach Wien, wo sie auch ihren Ehemann, meinen Großvater, Rudolf Krug kennengelernt und geheiratet hat.
Sie hatte einen, Sohn Rudolf, meinen Vater (siehe Bild 1 und die Gedenkseite Rudolf Krug "Junior"), der am 2.Mai 1914 in Wien geboren wurde und den sie sehr geliebt haben. Es wurde mir erzählt, dass sie nach der Geburt meines Vaters ihre Schwestern nach Wien geholt hat, um sie zu unterstützen. Ihre jüngere Schwester Elise, wollte gar nicht mehr nach Olmütz zurück, sie schwärmte von der Wiener Gesellschaft, von den Ballveranstaltungen und den schönen Kleidern ....  
Meine Großmutter lebte mit meinem Großvater in einer wunderschönen großen Wohnung im 3. Bezirk und hatte auch Personal. Es war ein gut bürgerliche Familie, die sich viel leisten konnte und in der Wiener Gesellschaft integriert waren, da mein Großvater ein kaiserlicher Offizier war, der aber im 1. Weltkrieg, knapp nach der Geburt meines Vaters an die Front musste. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg, kaufte er ein Geschäft für Anglerbedarf.
Nach dem frühen Tod meines Großvaters wurde die Bindung meiner Großmutter zu meinem Vater noch enger, den sie mit niemanden teilen wollte .....
Ich habe sie als liebeswerte, aber strenge und besitzergreifende Frau in Erinnerung, die aber für ihre Enkelkinder alles gegeben hat. Sie wurde zu allen Familienfesten eingeladen, nach Großgmain ist sie immer voll bepackt mit Geschenken gekommen.
Ich habe von ihr mit 4 Jahren eine Gehpuppe bekommen, dazu einen Puppenwagen und Kleiderkasten, voll mit Puppenkleidern. Peter hat eine Merklin Eisenbahn bekommen und vieles mehr. Für jeden von uns hat sie auf einen Tannenzweig viele öS 25,00 Silbermünzen in Seidenpapier eingepackt, für Peter hellblau für mich rosarot und auf den Zweig gehängt.
Jedes Mal wenn wir nach Wien kamen, ließ sie von Peter und mir bei einem Fotographen Bilder anfertigen, die sie dann rahmen ließ und in ihrer Wohnung aufhängte (siehe Bild 4). Meine Mutter ließ auch bei einem Fotographen in Bad Reichenhall immer wieder Fotos von Peter und mir für sie anfertigen  
Da sie ja im Krieg ausgebombt wurde, wurde sie in die Dependance des Hotels Nagler in der Schützengasse im 3. Bezirk einquartiert. Da sie in diesem Appartement wenig Platz und anstatt einer Küche nur eine Kochecke hatte, schenkte sie das ganze Porzellan, das bei der Bombardierung nicht zu Bruche ging, meinen Eltern. Für mich war es spannend in einem Hotelappartement, mit schönen Sanitäranlagen zu wohnen. Als wir nach Wien übersiedelten besuchte sie uns oft. Ich war einmal in der Woche bei ihr, bekam was ich wollte zu essen, (meistens Fisch aus der Fischhandlung mit Mayonnaisesalat und dann noch ein Punschkrapferl, das ich wegen der rosa Farbe liebte. Es versteht sich von selbst, dass es mir immer übel wurde ......
Als Teenager überredete ich sie mit mir ins Kino zu gehen um einen jugendverbotenen Film, "Lolita" anzusehen. Nach der Vorstellung meinte sie, dass sie sich nicht sicher sei, ob der Film für mich geeignet wäre.  
Als 1959 mein Bruder Klaus geboren wurde, verwöhnte sie den auch so gut sie konnte. Zu seinem ersten Weihnachtsfest erhielt er von ihr ein Dreirad und ein Schaukelpferd.
Sie ist bis zu ihrem Tod in dem kleinen Appartement geblieben, ihre kleine Rente hat sie in uns Kinder investiert. Sie war eine herzensgute Frau !

Da sich der Lebensmittelpunkt von Walter und mir  nach Salzburg verlagert hat, wollten wir unsere lieben Verstorbenen - unsere Eltern und Großeltern nicht alleine in Wien zurücklassen.
Wir holten sie zu uns, zur "Paracelsus Wiese" zu unseren Baum, wo sie mit ihrem Mann, ihrem Sohn und dessen Frau und weiteren lieben verstorbenen Verwandten am 14. Mai 2018 beigesetzt wurde (8. Bild). Herbert Schmatzberger, Altpfarrer der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt Großgmain, hat sie in einer liebevollen, würdigen Zeremonie, mit dem kirchlichen Segen, verabschiedet.
Auch wir werden dort in naher Zukunft unsere letzte Ruhe finden.

Christiane & Walter




Herr, dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.










Kerzen

Kerze

Christiane Krug
entzündete diese Kerze am 1. Mai 2018 um 16.35 Uhr

Dein Lebensweg ist zu Ende.
Die Lebenstür hat sich geschlossen.
Ich danke dir, dass deine Tür immer
für mich offen war und ich dich
ein Stück des Weges begleiten durfte.
Sabine Coners

Kondolenzen

Kondolenzen

Sprechen Sie im Kondolenzbuch den Hinterbliebenen Ihr Beileid aus und teilen Sie persönliche Gedanken und Erinnerungen mit anderen.

Termine

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